5 Elemente der Papageien & Sittichhaltung


Die 5 Elemente der Papageienhaltung

von

Dein Papagei


1.) Soziales Verhalten

2.) Beschäftigung

3.) Physische Umgebung

4.) Sinneswahrnehmung

5.) Ernährung


Papageien: Wild im Herzen!

Ob in freier Wildbahn oder in Gefangenschaft geboren, Papageien sind keine domestizierte Art, wie Katzen und Hunde. Sie sind immer noch wilde, nicht domestizierte Wesen, die nur einige Generationen weit entfernt von ihren natürlichen Vorfahren leben. Deshalb sind es wilde Tiere, die ein facettenreiches Umfeld benötigen, um ihre natürlichen Verhaltensweisen auszuleben.


Sie leben in Schwärmen und suchen täglich mehrere Stunden lang ihr Futter. Zeitgleich müssen sie darauf achten, jeden potentiellen Feind zu lokalisieren. Dies ebenso im Flug, als auch beim fressen ihrer Lieblingsfrucht oder einer bestimmten Nuss Art. Neben der täglichen Arbeit der Futtersuche oder das Auskommen untereinander in großen Schwärmen, müssen Papageien geeignete Nistplätze finden. Diese sind nicht immer so groß und geformt wie es die Papageien mögen oder wie wir es ihnen bieten, so müssen auch Nisthöhlen mühsam weiterbearbeitet werden. Einfluglöcher erweitert, Nisthöhlendurchmesser durch abschälen des inneren Holzes vergrößert oder Nistmaterial herbeigeschafft werden. Dies alles sind einige Elemente im Tagesablauf eines wilden Papageis, die jeder Halter berücksichtigen sollte.


1.) Element – Soziales Verhalten


Das erste Element in der Haltung von Papageien, ist das soziale Element, das einen Großteil ihres Lebens, Verhaltens sowie Ihrer Gesundheit prägt.

Papageien liebes es Kontakt zu Ihren Artgenossen zu haben. Dieser Kontakt ist nicht nur eine Grundvoraussetzung, sondern ein Teil Ihrer Lebensweise, die unerlässlich für das existieren dieser Vogelart ist. Somit ist ein Partnervogel das Erste, was ein Papagei braucht, um seine grundsozialen Verhaltensweisen ausleben zu können. Aber auch andere Tiere, wie der Familienhund können hier eine Rolle spielen. Zwar kommunizieren beide Arten auf unterschiedliche Weise, jedoch hindert es einem sprachbegabten Papagei nicht, auch dem Hund Kommandos wie Sitz oder Platz beizubringen. Papageien beobachten ganz genau, was in ihrem Umfeld und auch außerhalb des Käfigs oder der Voliere geschieht. Sei es unser täglicher Kontakt, die Futterzubereitung, die Darreichung verschiedener Beschäftigungsmöglichkeiten durch den Pfleger oder eben auch vorbeifliegende Wildvögel und deren Gesang.


Also warum nicht einmal Vogelstimmen aus seinem natürlichen Habitat abspielen, die den Papagei stimulieren wirklich dabei zu sein, sich zu verständigen und Lautäußerungen von sich zugeben? Ebenso kann dies seine Bewegung stimulieren und ihn dazu auffordern, wie im Schwarm einfach mit zu fliegen.

Wer schon einmal seinen Papageien, dass Geschrei der wilden Artgenossen vorgespielt hat, wird bemerkt haben, dass sich meistens die Laune schlagartig wendet. Ein aufmerksamer Blick, aufgeregte Körperhaltungen oder ein direktes mitmachen sind nur einige positive Effekte des Ganzen.

Wichtig ist es mit Artgenossen auszukommen, gemeinsam auf Futtersuche zu gehen, Stunden der Ruhe und Gefiederpflege zu genießen oder einfach nur die Umgebung mit unterschiedlichen Reizen zu beobachten.

Natürlich betrifft dies auch das Brutverhalten der Papageien. Ein Thema welches bei der Papageienhaltung in Wohnungen, häufig zu Problemen führt. Nichtsdestotrotz ist dies ein sehr wichtiger Punkt im Element – Soziales Verhalten.


2.) Element – Beschäftigung


Essenziell ist es Papageien und Sittiche körperlich und geistig zu fordern. Jeder Tag in ihrem Habitat hält die unterschiedlichsten „Challenges“ bereit. Diese Herausforderungen stärken nicht nur das Allgemeinbefinden der Vögel, sondern geben ihnen auch ein gewisses Maß an Sicherheit. Je unterschiedlicher die Aufgaben sind, desto weniger Ängste haben die Vögel in der Regel. Sie können Ihren Papageien Herausforderungen in der Futterdarbietung geben. Lassen Sie die Vögel ihr Futter „erarbeiten“. Papageien sollen selbst entscheiden und darüber nachdenken, wie sie zum gewünschten Ziel kommen.

Ganz einfach, mehr zum fliegen und klettern animieren. Es gibt Tage, da biete ich das Futter ausschließlich hängend an. Wenn Papageien einmal Hunger verspüren, ist Ihnen nahezu kein Hindernis zu groß. Glauben Sie mir, sie werden verblüfft sein, welche Akrobatik ihr Vogel an den Tag legen kann um an seine Lieblingsgemüse oder Obst zu gelangen.

Die Strategie ist es, dem Vogel mehr Aufgaben zu geben, die er meistern muss. Ein ausgeglichenes Verhalten mit einer körperlichen Gesundheit, sind der Dank Ihrer Kreativität.

Haben Sie keine Ideen? Dann können Sie sich gerne die „Kürbis-Challenge“ auf meinem YouTube Kanal „DEIN PAPAGEI“ ansehen.


3.) Element - Physische Umgebung

Bieten Sie Ihren Papageien so viel Platz wie möglich. Eine kombinierte Innen- und Außenvoliere ist hierbei sicherlich die beste Unterbringung, jedoch können Papageien bei mehreren Stunden Freiflug, ebenso glücklich werden.

Wichtig ist jedoch das Wort: „Fliegen“.

Zu oft sind zu viele Spielzeuge im Käfig oder aneinander gereihte Sitzstangen, die es den Papageien leicht machen, zu laufen anstatt zu fliegen. Reduzieren Sie die Äste auf ein Minimum, sodass alle Vögel zum fliegen animiert werden. Geben Sie Ihren Papageien so viele frische Äste und Zweige wie nur möglich, um unterschiedliche Aststärken und kleinste Zweige zu variieren. Ebenso fressen Papageien und Sittiche liebend gerne Rinde, Blätter und Knospen, welche wertvolle Mineralien, Vitamine und Ätherische Öle liefern.

Warum nicht einmal auf dem Käfigdach verschiedene Leckereien legen, die der Vogel mühsam durchs Gitter ziehen muss, da er immer nur kleine Stücke davon bekommt. Oder hängende Spielzeuge (ohne Baumwollseile, da diese Kropfverstopfungen provozieren) anbieten, die ihm immer wieder fordern. Auch hier ist das Wort „Challenge“ maßgebend.


4.) Element - Sinneswahrnehmungen


Die Sinneswahrnehmung bei Papageien und Sittichen, ist wie die richtige Musik in unseren Ohren oder die passende musikalische Begleitung in einer Filmszene. Auch Papageien können stimuliert werden, indem sie den Regen oder plätscherndes Wasser hören, welches sie zum baden animiert oder verschiedenfarbige Obst und Gemüsesorten präsentiert bekommen, welche einen Reiz zum fressen auslösen. Eine abwechslungsreiche und kreative Herangehensweise fordert die Sinne jedes Vogels aufs Neue.

Papageien sind hochsoziale Tiere, die ständig nach Kontakt und Beschäftigung suchen. Das gegenseitige Kraulen am Kopf, gerade dann, wenn neue Federn sprießen oder die Hingabe des Pflegers beide Vögel gleichzeitig an Stellen zu Kraulen, die sie selbst nicht erreichen können. Das stärkt die Bindung ungemein und der Vogel wird es Ihnen mit Vertrauen danken.

Auch jahreszeitliche Veränderungen sind ein Teil, die der Papagei mit allen Sinnen aufnimmt. Bieten Sie den Papageien und Sittichen die Möglichkeit, Wetter Sprünge zu erleben. Ein heftiger Regenguss, wärmende Sonnenstrahlen, ein angenehm kühler Herbstwind oder nach Eingewöhnung, auch ein paar Stunden im Schnee zu verbringen. Das Gefieder, die Gesundheit sowie die psychische Verfassung wird sich schlagartig zum besseren wenden. Denken Sie daran, wie vielfältig Sie Ihren Tag verbringen möchten und reflektieren Sie dies auf die Haltung Ihrer Papageien und Sittiche.


Vieler dieser Elemente überlappen sich und fügen sich in ein Gesamtbild aller Teile zusammen.


5.) Element - Ernährung

Kein Thema findet so unterschiedliche Herangehensweisen wie die Fütterung. Abgesehen von einer vitalen und abwechslungsreichen Fütterung, auf die ich hier nicht weiter eingehen werde, spielen noch weitere Faktoren eine wichtige Rolle.

- Bieten Sie nicht nur eine Futterschale mit verschiedenen Sämereien, Pellets oder Obst und Gemüse an. Verteilen Sie die Möglichkeiten der Futteraufnahme in der ganzen Voliere / Vogelzimmer.

- Füttern Sie zu verschiedenen Zeiten Gemüse, Nüsse und bieten Sie nicht jeden Tag die gleiche Futtermischung an. Somit können Papageien nicht mehr Selektieren und ernähren sich abwechslungsreicher.

- Verstecken Sie die Nahrung oder hängen Sie diese an dünne Zweige. Selbst Großpapageien wie Aras, Kakadus oder Amazonen können diese spielend erreichen.

- Vor allem Kakadus benötigen einen abwechslungsreichen Tag. Gerade diese Arten sind äußerst emotional und komplizierter in der Haltung und Zucht.


All diese Interaktionen sollen beider Leben bereichern. Die des Vogels und die des Pflegers. Papageien sind so intelligent. Die Basis bei allem ist es, so viel wie nur möglich, über die eigene Vogelart zu wissen. Wie lebt er in seiner Heimat? Was frisst er hauptsächlich im Habitat? Was sind seine täglichen Herausforderungen? In welcher Umgebung hält er sich auf? Spielt sich sein überwiegender Tagesablauf hoch in den Kronen vieler Baumarten ab oder sucht er seine Nahrung auch am Boden? Viele australische Kakadus ernähren sich überwiegend von Wurzeln und Gräsern am Boden. Ihre Schnäbel sind dafür gemacht tiefliegende Wurzeln heraus zu graben. Rosakakadus, Nasenkakadus, Nacktaugenkakadus und auch Gelbhaubenkakadus sind prädestiniert Wurzeln zu fressen. Sucht mein Papagei normalerweise Samen in Sträuchern und Wiesen? Oder frisst er überwiegend halbreife Früchte?

In der Brutzeit benötigen Papageien und Sittiche öfters eine andere Nahrung als außerhalb der Brutzeit. Was normalerweise verschmäht wird, ist in der Brutzeit gefragter denn je. Tierisches Eiweiß oder eine erhöhte Aufnahme an Mineralien ist hier keine Seltenheit.


Es ist nie zu spät damit anzufangen! Besser jetzt in diesem Moment, als zu spät. Natürlich können komplett neue Methoden, Futterspielzeuge, Herausforderungen sowie Veränderungen auch Ängste erzeugen. Fangen Sie mit kleinen Schritten an. Viele Papageien kennen nicht einmal frische Zweige voller Blätter. Der Vogel wird Ihnen anzeigen, was ihm gefällt und was nicht. Geben Sie aber nicht nach und bleiben Sie stur! Ein andauerndes Anbieten von neuen Eindrücken bringt nach kurzer Zeit den gewünschten Erfolg.




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